Neuer Aufbruch in die Antarktis. In seiner Expeditionserzählung «The Heart of the Antarctic», welche die Erlebnisse der ersten von Shackleton geleiteten Antarktis-Expedition wiedergeben, erwähnt er als Motivation für den erneuten Aufbruch nach Süden einzig die Erweiterung des Wissens über diesen noch unbekannten Kontinent
«Ich war überzeugt, dass eine zweite Expedition die Arbeit, der «Expedition Discovery» fortsetzen sollte… die südlichen Grenzen des Ross-Schelfeises waren noch unentdeckt geblieben. Die Blicke vom Deck der «Discovery» auf das King Edward VII Land waren für uns nicht ausreichend gewesen, um dessen Art noch Grenzen zu bestimmen… Im Bereich der Meteorologie war noch viel zu tun, und diese Arbeit war besonders für Australien und Neuseeland von grosser Bedeutung, denn bestimmte Wetterverhältnisse in diesen Ländern haben ihren Ursprung in der Antarktis. Die antarktische Zoologie, wenn auch bezüglich ihres Artenumfangs etwas begrenzt, hat viele interessante Aspekte, und ich wollte die Zeit nicht nur der generellen Geologie, sondern auch der Mineralogie widmen…» Das heimliche Hauptziel war jedoch erneut das Erreichen des Südpols.
Die Finanzierung der Expedition war mühselig. So konnte etwa das vorgesehene Schiff nicht gekauft werden, und die Verwendung der weniger geeigneten «Nimrod» führte zu Verzögerungen. Erst im Frühjahr 1907 hatte Shackleton – auch dank der Unterstützung der neuseeländischen und australischen Regierung – ausreichend Mittel für eine erneute Expedition in die Antarktis beisammen.
Shackleton versuchte – diesmal gemeinsam mit Frank Wild, Eric Marshall und Jameson Adams –, den Südpol zu erreichen. Er hatte viel durch die Teilnahme an der «Expedition Discovery» gelernt, trotzdem erscheinen die von ihm getroffenen Vorbereitungsmassnahmen aus heutiger Sicht als unzureichend. Erneut hatten die Mitglieder des Teams wenig Erfahrung im Umgang mit Skiern. Die mitgebrachte Bergsteigerausrüstung erwies sich als ungeeignet. Und aufgrund der schlechten Erfahrungen, die Shackleton während der «Expedition Discovery» mit Schlittenhunden gesammelt hatte, setzte er jetzt mandschurische Ponys ein. Sie erwiesen sich als gleichfalls wenig geeignet: Sie kamen mit den Schnee- und Eisbedingungen nicht zurecht und waren von vornherein in einem schlechten Gesundheitszustand. Die Ponys wurden nach und nach erschossen und verzehrt.