Insgesamt 22 führende europäische Polarforschungseinrichtungen haben sich in einem neuen Gemeinschaftsprojekt EU-PolarNet zusammengeschlossen, um ihre wissenschaftlichen und logistischen Ressourcen zu bündeln. Ihr Ziel ist es, ein gemeinschaftliches Polarforschungsprogramm auf die Beine zu stellen. Im Fokus stehen dabei wissenschaftliche Fragen mit gesellschaftlichem Mehrwert. Das EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 fördert diese Initiative über ihre Laufzeit von fünf Jahren mit zwei Millionen Euro. Die Netzwerkkoordination übernimmt das Alfred-Wegener-Institut.
Jahrhundertelang scheiterten Händler und Entdecker am legendären Seeweg von Europa entlang der nordsibirischen Küste nach Asien. Erst 1879 gelang dem Finnen Adolf Erik Nordenskiöld die ganze Durchquerung der Nordostpassage. Noch heute ist es nicht einfach diese, auch im Sommer teilweise vereiste Wasserstrasse zu durchfahren.
Russland hatte schon 2009 seine Pläne für den Bau einer neuen Generation von Atomeisbrechern vorgestellt. Die Kiellegung des ersten Schiffes wurde bereits 2013 durchgeführt und das Schiff soll 2017 in Dienst gestellt werden. Nun wurde auch der Bau des zweiten Eisbrechers, der den Namen «Sibir» tragen soll, offiziell in Murmansk am 26. Mai gestartet. Mehrere hochrangige Repräsentanten waren an dem Anlass dabei.
Der russische Ferne Osten gehört zu den abgelegensten Gebieten der Welt. Transportwege dort sind stark limitiert aufgrund der Weite, der Distanzen und der klimatischen Bedingungen. Nun hat Vladimir Yakunin, der Chef der russischen Eisenbahngesellschaft, an einem Treffen der Russischen Akademie der Wissenschaften Pläne vorgestellt, die dies ändern sollen.
Marc Cornelissen und Philip de Roo, zwei niederländische Forscher, sind in der Nähe von Bathurst Island, Nunavut, Kanada, seit Mittwoch, 29. April 2015 verschwunden. Die beiden Forscher waren auf einer Expedition zur Eisdickenmessung im Norden von Kanada. Die kanadische berittene Polizei RCMP, die eine Such-und Rettungsoperation durchgeführt hatte, hat den Tod der beiden vermeldet und versucht nun die sterblichen Überreste der Forscher zu finden.
Einer Gruppe von Wissenschaftler unter der Leitung des dänischen Geologen Nicolaj Krog Larsen ist es gelungen, die Reaktion des grönländischen Eisschildes auf eine Warmperiode zwischen 8‘000 und 5‘000 Jahren zu quantifizieren. Damals lagen die Temperaturen zwischen 2 - 4° c höher als heute. Die Ergebnisse der Forscher wurden jetzt in der Fachzeitschrift Geology veröffentlicht. Sie sind enorm wichtig, da sich die Erde auf Grund des Klimawandels ähnlichen Temperaturerhöhungen nähert.
Elfenbeinmöwen sind echte Polarbewohner und finden sich in den höchsten Breitengraden. Diese markanten weissen Vögel halten sich häufig in der Nähe von Eisbären und Robben auf und ernähren sich von deren Überresten. Ihr ökologischer Status steht gemäss der Roten-Arten-Liste der IUCN auf «gering gefährdet». Doch in Kanada könnten die Vögel sogar bald verschwunden sein. Nur noch 500 Tiere sind dort zu finden. Als Grund für den dramatischen Rückgang der Elfenbeinmöwen könnten nach Angaben eines Biologen die steigenden Quecksilbermengen verantwortlich sein.